SPD feiert Jubiläum

Veröffentlicht am 08.08.2017 in Ankündigungen

 

Seit November 2016 trifft sich regelmäßig die AG Geschichte der SPD in Radebeul, um die Geschichte der Sozialdemokratie in Radebeul zu erforschen. Anlass dafür ist das 125. Jubiläum des Sozialdemokratischen Vereins für Lindenau und Umgebung am 29. Oktober 1892 im Gasthof Lindenau (heute Landhotel Lindenau). Den Anstoss zur Erforschung unserer eigenen Geschichte hat der Historiker Frank Andert bereits zum 150jährigen Jubiläum der SPD im Jahr 2013 gegeben.

Die SPD in Radebeul war seit der Gründung des Ortsvereines Lindenau in den verschiedenen Ortsteilen, die 1935 zur Stadt Radebeul zusammengeführt wurden aktiv. Beeindruckend sind dabei die Mitgliederzahlen: So gab es im Ortsverein Kötzschenbroda ca. 250 Mitglieder, davon waren 20 bis 30 aktiv. Im Ortsverein Radebeul waren es ca. 350 Mitglieder, von denen 50 bis 60 aktiv waren. Der Ortsverein Lindenau war bis 1932 selbstständig, die Ortsvereine in Zitzschewig und Naundorf bis 1924. Diese gingen dann in den Ortsverein Kötzschenbroda über. Bei der Vorbereitung des Festtages, der am 19. August 2017 stattfinden wird, hat die AG Geschichte im Stadtarchiv recherchiert und mit Zeitzeugen gesprochen.

Darunter ist der Sohn des früheren sächsischen Ministerpräsidenten Alfred Fellisch, Manfred Arthur Fellisch, desen Grab sich auf dem Hauptfriedhof in Radebeul-West befindet sowie Gründungsmitglieder der SDP Radebeul nach der politischen Wende in der der DDR am 29. November 1989 im Luthersaal der Friedenskirche in Radebeul. Der Saal wurde vom damaligen Pfarrer Eberhard Gehrt zur Verfügung gestellt. Er war einer der Mitwirkenden am Runden Tisch sowie Mitglied des Stadtrates.

Weitere prominente Sozialdemokraten, die u.a. in Radebeul gelebt haben, sind Paul Brüll (1892-1983), der 1. Stadtarchivar von Radebeul war, Wilhelm August Kaden (1850-1913), Nachfolger von Wilhelm Liebknecht als Reichstagsabgeordneter und Herausgeber der Sächsischen Arbeiter-Zeitung (Vorläufer der heutigen sächsischen Zeitung) sowie Hellmuth Rauner (1895-1975), der ab 1945 einer der führenden Köpfe der Sozialdemokratie in Radebeul war und sich u.a. für einen festen Sitz der Landesbühnen sowie für den Bau der Volkssternwarte eingesetzt hat, die sich noch heute großer Beliebtheit erfreut.

In der jüngeren Geschichte seit an David Schmidt (1985-2014) erinnert, engagierter Stadtrat, der z.B. das Bündnis Bunte Radebeul mit ins Leben gerufen hat und viel zu früh an seinem 29. Geburtstag verstarb.

Bemerkenswert ist auch, dass der frühere Fraktionsvorsitzende der SPD im sächsischen Landtag Karlheinz Kunckel (1944-2012) mit seiner Familie in Radebeul gelebt hat.

Geplant ist am Festtag am 19. August 2017 eine geführte Radtour der Sozialdemokratie, die am Heiteren Blick (gegenüber Bäckerei Münch Moritzburger Straße) beginnt und entlang der Stätten führt, an der sich Sozialdemokraten getroffen haben. Gäste sind herzlich willkommen. Die Tour startet um 13.00 Uhr. Das Gebäude, in dem sich das Gasthaus Heiterer Blick befunden hat, wurde leider 2005 abgerissen. Dort befindet sich jetzt ein Parkplatz. Im Heiteren Blick hat sich der Ortsverein Niederlößnitz getroffen.

Sie führt über den Ortsteil Naundorf (Niederwarthaer Str. 1, ehemals Gasthof Naundorf und Treffpunkt der SPD Naundorf) über den Bürgergarten (Treffpunkt der SPD Kötzschenbroda/Niederlößnitz in 20er und 30er Jahren, zum Luthersaal. Auf dem Hauptfriedhof wird zu Ehren von Alfred Fellisch ein Blumengebinde niedergelegt. Weiter geht es über den Gottesacker zum Rathaus, der Scharfen Ecke, die in den 20er und 30er Jahren Sitz des Ortsvereines der SPD war und eine Arbeiterbibliothek beherbergt hat. Ziel der Radtour ist der Gasthof Serkowitz, in dem ab November 1892 wiederholt sozialdemokratische und gewerkschaftliche Vortragsreihen stattgefunden haben. Erste Referenten waren prominente SPD-Funktionäre wie Reinhold Postelt (Mitglied des sächsischen Landtages), Julius Fräßdorf und Edmund Fischer (Mitglieder des Reichstages). Bei einem Vortrag von Fräßdorf am 10. Dezember 1892, der unter dem nach wie vor aktuellen Thema "Muß es immer Arme und Reiche geben?" stattfand, kamen 160 bis 180 Zuhörer.

Ein großer Dank geht an Frau Karnatz vom Stadtarchiv, die uns aktiv mit Rat und Tat zur Seite gestanden hat, an Manfred Arthur Fellisch sowie an Mike Schmeitzner vom Hannah-Arendt-Institut, der uns bei der Recherche über die früheren sächsischen Ministerpräsidenten unterstützt hat.

Wenn Sie mehr über unsere Geschichte erfahren möchten oder Informationen für uns haben, besuchen Sie uns. Sie können am 19. August 2017 direkt mit uns uns Gespräch kommen, bei der Radtour dabei sein oder am Abend ab 18.00 Uhr im Gasthof Serkowitz mit uns feiern .

Wenn Sie teilnehmen möchten bitten wir Sie bis zum 15. August 2017 um Rückmeldung an : SPD Radebeul, Christine Ruby, c/o Bürgerbüro Martin Dulig, Meißner Str. 273, 01445 Radebeul oder spd-radebeul@email.de.

 

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